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Balnea Magica Seite 1

Sauberkeit war im Mittelalter keineswegs gleichbedeutend mit Frömmigkeit. Das frühe Christentum hatte erklärt, die römischen Thermen seien Quellen der Unzucht und Perversion. Außerdem gereichte die allgemeine Körperfeindlichkeit jener Zeit der Hygiene nicht gerade zum Vorteil. Doch im 12. Jahrhundert sorgte die Entstehung des Bürgertums und der damit wachsende Wohlstand für die Ausbreitung der persönlichen Sauberkeit.
Ein Gelehrter hat ausgerechnet, daß die Pariser im Jahre 1292 häufiger gebadet haben als im 20sten Jahrhundert.
Die Kirche schielte auf die öffentlichen Badeanstalten, die "Balnea", da sie ihrer Meinung nach zu Unmoral führten. Viele Bäder rechtfertigten diese Befürchtungen sicherlich auch.
Bald dienten die Badezuber nicht nur der Sauberkeit, sondern bildeten auch einen gesellschaftlichen Treffpunkt der vergnüglichen Zerstreuung. Man reichte Speisen und Getränke und nahm auch auf Wunsch eine Enthaarung oder Rasur vor, sowie den einen oder anderen chirurgischen Eingriff. Nach diesen Torturen war es kein Wunder, daß die Gäste sich stundenlang im Zuber entspannten und becherten, was das Zeug hielt.
Trotzdem oder gerade deshalb war der Beruf des Baders hoch angesehen - bis heute...

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